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Tschüss Paddock – die Weide ruft!

Anweiden im Frühjahr – So gelingt ein sanfter Einstieg in die Koppelsaison

Das Frühjahr ist für viele Pferdebesitzer die lang ersehnte Zeit, in der die Pferde nach einem langen Winter wieder von Stall und Paddock auf die Weide dürfen. Doch das Anweiden – also die schrittweise Umstellung von Heu- oder Silagefütterung auf frisches Gras – muss mit Bedacht erfolgen. Eine falsche Herangehensweise kann zu Verdauungsproblemen, Koliken oder sogar Hufrehe führen.

In diesem Beitrag erfährst du, worauf du beim Anweiden im Frühjahr achten solltest und wie du deinem Pferd den bestmöglichen Start in die Weidesaison ermöglichst.

Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Anweiden?

Das Anweiden sollte nicht zu früh beginnen. Der Boden ist im Frühjahr oft noch feucht, und das Gras enthält in den ersten Wachstumsphasen besonders viele Fruktane (langkettige Zuckermoleküle), die zu Verdauungsproblemen führen können.

Wichtige Tipps:
Nachmittags beginnen: Morgens ist der Zuckergehalt im Gras am höchsten. Beginne das Anweiden daher besser am Nachmittag.
Langsame Umstellung: Der Verdauungstrakt deines Pferdes braucht Zeit, um sich an die veränderte Fütterung zu gewöhnen.
Bodenbeschaffenheit beachten: Ist der Boden zu nass, kann das Weidegras stark verunreinigt sein, was das Risiko für Verdauungsprobleme erhöht.

Warum ist langsames Anweiden so wichtig?

Ein zu schneller Wechsel auf Weidegras kann zu einer Verschiebung des pH-Wertes im Verdauungstrakt führen. Dadurch entstehen vermehrt Fäulnisbakterien und Toxine, die in den Blutkreislauf deines Pferdes gelangen. Die Folgen können Blähungen, Koliken, Durchfall oder sogar Hufrehe sein.

Zudem enthält frisches Frühjahrsgras viel Eiweiß, was eine hohe Belastung für Leber und Nieren darstellt. Deshalb ist ein langsames und behutsames Anweiden unumgänglich.

So gelingt das Anweiden Schritt für Schritt

Damit dein Pferd gesund in die Weidesaison starten kann, solltest du das Weideintervall langsam steigern.

Anweide-Plan für dein Pferd:

  1. Tag 1-3: 5-10 Minuten Grasen lassen (am Nachmittag)

  2. Tag 4-6: 15 Minuten verlängern

  3. Tag 7-10: 30-45 Minuten auf der Weide

  4. Ab Woche 2: Stufenweise auf 1-2 Stunden erhöhen

  5. Ab Woche 4: Dein Pferd kann über mehrere Stunden oder sogar den ganzen Tag auf die Weide

Tipp: Nach der ersten Woche kannst du mit dem Vormittagsgrasen beginnen und die Zeiten im Wechsel steigern.

Wichtige Hinweise während des Anweidens

Achte besonders während der Anweidezeit auf dein Pferd. Anzeichen für Unverträglichkeiten sind:

Geschwollene Beine
Durchfall oder Kotwasser
Apathie oder Unwohlsein

Treten diese Symptome auf, solltest du eine Pause einlegen und die Weidezeit erst wieder vorsichtig steigern. Verschlechtern sich die Symptome, ziehe unbedingt einen Tierarzt zurate.

Tipp: Zeolith kann helfen, den Verdauungstrakt deines Pferdes zu unterstützen und Kotwasser zu reduzieren. Erfahre mehr in unserem Ratgeber zur Zeolith-Kur.

Weitere Tipps rund ums Anweiden und die Weidesaison

  • Achte auf eine ausreichende Mineralstoffversorgung, da frisches Gras nicht alle wichtigen Nährstoffe liefert.

  • Mäh die Weide regelmäßig, um ein übermäßiges Wachstum von zuckerreichem Gras zu verhindern.

  • Füttere dein Pferd vor dem Weidegang mit Heu, um gieriges Fressen und Verdauungsprobleme zu vermeiden.

Fazit: So gelingt das Anweiden im Frühjahr stressfrei

Das Anweiden ist ein entscheidender Schritt für die Gesundheit deines Pferdes. Mit einem durchdachten Plan und einer schrittweisen Steigerung der Weidezeiten kannst du Verdauungsproblemen und anderen gesundheitlichen Risiken vorbeugen.

Lass dir und deinem Pferd die nötige Zeit – dann steht einer langen, gesunden Weidesaison nichts mehr im Weg!